Wir holen alles nach – Martina Borger

Kurzbeschreibung (Verlag):

Job und Kind unter einem Hut – die alleinerziehende Sina jongliert damit seit Jahren. Seit kurzem wird sie von ihrem neuen Partner Torsten dabei unterstützt. Und sie haben Ellen, Ende sechzig, die sich für Nachhaltigkeit einsetzt und das hat, was sich Sinas Sohn Elvis so wünscht: Zeit, Geduld – und einen Hund. Doch dann widerfährt dem sensiblen Jungen etwas Schlimmes. Da er sein Geheimnis nicht preisgibt, spinnt sich ein fatales Netz aus Gerüchten um die kleine Patchworkfamilie.

Zur Autorin (Verlag):

Martina Borger, 1956 geboren, arbeitete als Journalistin, Dramaturgin und Filmkritikerin, bevor sie sich aufs Drehbuchschreiben verlegte. Sie hat bei mehreren Serien als Storylinerin und Chefautorin gearbeitet. Gemeinsam mit Maria Elisabeth Straub veröffentlichte sie zwischen 2001 und 2009 Romane unter dem Label ›Borger & Straub‹. Ohne Co-Autorin erschien 2007 ihr Roman ›Lieber Luca‹. Martina Borger lebt in München.

Meine Meinung:

Sina hat ein Problem. Mal wieder springt ihr Ex-Mann kurzfristig von einem vereinbarten Termin ab und nun muss sie ihren Sohn Elvis irgendwie anders betreuen lassen. Glücklicherweise gibt es da Ellen, die ihm sonst Nachhilfe gibt und sich bereit erklärt, Elvis für zwei Wochen zu betreuen.
Ellen ist Renterin und ihre Rente reicht nicht zum Überleben, so trägt sie Zeitungen aus und gibt Nachhilfe. Die Extra Betreuung von Elvis gibt ihr finanziellen Spielraum.

Was für ein wunderbares Buch! Man ist von der ersten Zeile an voll mit dabei und lernt erst Ellen und dann Sina und Elvis kennen. Ellen ist eine ganz wunderbare, freundliche Frau, die es sich in ihrem Leben eingerichtet hat, wie es ihr gefällt. Schon lange ist sie verwitwet, aber sie hat gute Freunde, einige Nebenjobs und einen Hund, den sie sehr liebt.
Sina ist seit geraumer Zeit alleinerziehend und reibt sich auf mit ihrem Job und ihrer Rolle als Mutter. Irgendwie hat sie das Gefühl nicht genug für Elvis da zu sein. Und Elvis erst! So ein lieber Junge. Sehr in sich gekehrt, aber wissbegierig. In den Wochen mit Ellen saugt er alles in sich auf und ist mit einfachen Ausflügen voll und ganz zufrieden. Er liebt Ellens Hund heiß und innig, ist doch auch sein größter Wunsch, einen eigenen Hund zu haben. Doch eines Tage verändert sich der eh schon ruhige Junge und wird immer stiller. Als Ellen und seine Lehrer blaue Flecken bei ihm bemerken und dies melden, verselbstständigen sich die Ereignisse plötzlich und Sina muss ihr gesamtes Leben überdenken.

Die Autorin hat einen wirklich tollen Schreibstil, es macht großes Vergnügen das Buch zu lesen. Ellen ist mir schnell ans Herz gewachsen, ich mochte ihre ruhige und überlegte Art. Ihre Zeit gemeinsam mit Elvis war einfach toll zu lesen. Sina hätte ich zwischendrin gerne mal schütteln mögen, aber ich konnte ihre Handlungsweise gut nachvollziehen. Sie balanciert durch ihr Leben und jede noch so kleine Veränderung kann alles aus dem Lot bringen.
Die Autorin spielt mit dem Leser, gibt gewisse Gedankengänge quasi vor, nur um dann aufzuzeigen, dass die naheliegendste Lösung nicht immer die richtige ist und man manchmal doch noch genauer hinschauen muss.

Für mich ist dieses Buch auf jeden Fall eines meiner Jahreshighlights, ein richtig tolles Wohlfühlbuch.

10 von 10 Punkte


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Das Buch beim Verlag (inkl. Leseprobe)

Herzlichen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Produktinformation (Amazon):

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (25. März 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257071302
  • ISBN-13: 978-3257071306
  • ASIN: B082FVBXHT

4 Kommentare zu „Wir holen alles nach – Martina Borger

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