Beklaute Frauen – Leonie Schöler

Kurzbeschreibung (Verlag):

Wie Frauen Geschichte schrieben – und Männer dafür den Ruhm bekamen

Muse, Sekretärin, Ehefrau – es gibt viele Bezeichnungen für Frauen, deren Einfluss aus der Geschichte radiert wurde. Für deren Leistungen Männer die Auszeichnungen und den Beifall bekamen: Wissenschaftlerinnen, deren Errungenschaften, im Gegensatz zu denen ihrer männlichen Kollegen, nicht anerkannt wurden. Autorinnen, die sich hinter männlichen Pseudonymen versteckten. Oder Künstlerinnen, die im Schatten ihrer Ehemänner in Vergessenheit geraten sind. Lebendig und unterhaltsam erzählt die Historikerin Leonie Schöler ihre Geschichten, sie zeigt, wer die Frauen sind, die unsere Gesellschaft bis heute wirklich vorangebracht haben. Und sie verdeutlicht, wie wichtig die Diskussion um Teilhabe und Sichtbarkeit ist. Dabei wird klar: Hinter jedem erfolgreichen Mann steht ein System, das ihn bestärkt; vor allen anderen steht ein System, das sie aufhält.

Mit zahlreichen Abbildungen und Infokästen

Zur Autorin (Verlag):

Leonie Schöler, geboren 1993, ist Historikerin, Journalistin und Moderatorin. Auf ihren beliebten TikTok- und Instagram-Kanälen (@heeyleonie) vermittelt sie spannendes Geschichtswissen und klärt ihre über 230.000 Follower*innen regelmäßig über die Vergangenheit und aktuelle politische Geschehnisse auf. Als Redakteurin und Filmemacherin mit Fokus auf Webvideos liefen ihre Recherchen bei diversen funk-Produktionen, unter anderem »Jäger und Sammler«, das »Y-Kollektiv« und »Auf Klo«. Im Sommer 2021 erschien ihre Dokumentation über das System Tönnies für ZDFinfo, im Januar 2022 ihre achtteilige Webvideoreihe zur Wannsee-Konferenz für das ZDF. Zudem moderierte Schöler ab November 2022 in ihrer Rolle als Historikerin das ZDFinfo-Format »Heureka« auf YouTube. Leonie Schöler lebt in Berlin. »Beklaute Frauen« ist ihr erstes Sachbuch.

Meine Meinung:

Frauen finden in der Geschichte oft genug nur einen Platz an der Seite eines herausragenden Mannes. Als Ehefrau, Muse oder Sekretärin. Allerdings waren sie oft mehr als das. Sie forschten selbst, waren künstlerisch tätig und kämpften gegen die Vorurteile ihrer Zeit. Und doch werden sie totgeschwiegen.

Leonie Schöler zeigt in diesem Buch auf, wie Frauen klein gehalten wurden und selbst fortschrittlich denkende Männer die Frauen in ihrer Umgebung klein hielten. Und wieviel oder auch wie wenig sich in den letzten 2 Jahrhunderten da getan hat. Es ist schon erstaunlich, wie Männer immer wieder Frauen um ihre Arbeitsergebnisse betrogen haben, sie als ihre ausgaben und dann auch noch den entsprechenden Ruhm eingestrichen haben. Im Falle Rosalind Franklin haben ihre Kollegen am Ende noch damit geprahlt, ihr ihre Ergebnisse, die ihnen den Nobelpreis eingebracht haben, geklaut zu haben. Und was ist passiert: Nichts! Daran sieht man, dass trotz vieler Reden und Bekenntnisse die Gleichberechtigung noch lange nicht da ist, wo sie sein sollte.

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Es lies sich gut lesen und war nicht zu trocken. An die gendergerechte Sprache muss man sich zwar gewöhnen, aber wenn sie in so einem Buch nicht genutzt wird, wann dann. Ich fand das hier durchaus angebracht.

Alles in allem ist es informatives gut zu lesendes Buch, das mich an vielen Stellen fassungslos zurück gelassen hat.

9 von 10 Punkte


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Das Buch beim Verlag (inkl. Leseprobe)

Herzlichen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Produktinformation (Amazon):

  • Herausgeber ‏ : ‎ Penguin Verlag (28. Februar 2024)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 416 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3328603239
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3328603238