Sommer im Seehaus – Eva Grübl

Kurzbeschreibung (Verlag):

Drei Schwestern, ein Sommer am See und ein lang gehütetes Geheimnis

Eva und ihre Schwestern fallen aus allen Wolken, als ihre demente Mutter von einer Vergangenheit erzählt, die sie noch nicht kannten …

Eva und ihre beiden Schwestern haben seit Jahren kaum noch Kontakt. Doch als ihre Mutter Katharina an Demenz erkrankt, führt der Weg sie zurück in das alte Ferienhaus am Wolfgangsee, wo sie in ihrer Kindheit unbeschwerte Sommer verbrachten. Kaum angekommen, brechen alte Konflikte und Wunden auf – bis Katharina plötzlich von einer Vergangenheit spricht, die den drei Schwestern völlig unbekannt ist. Die Mutter hat offenbar jahrzehntelang ein Geheimnis gehütet, das bis in ihre Jugend in der DDR zurückreicht und dessen Folgen die Familie bis heute prägen. Eva begibt sich gemeinsam mit ihrem Sohn auf die Spurensuche – und inmitten alter Verletzungen entsteht erstmals Raum für etwas, das lange fehlte: Verständnis und Versöhnung.

Zeitgeschichte, Familiengeheimnisse und starke Frauenfiguren

Die mitreißende Geschichte einer zerrissenen Familie über drei Generationen hinweg – einfühlsam, tiefgründig und hochaktuell.

Teil 1 der bewegenden Schwestern-Saga für Fans von Monika Peetz’ „Die Sommerschwestern“

Zur Autorin (Verlag):

Eva Grübl-Widmann wurde 1971 in Wien geboren. Sie studierte Grundschullehramt und Gehörlosenpädagogik. Nach langjährigem Auslandsaufenthalt in Stockholm und Mailand lebt sie heute mit ihrer Familie wieder in Österreich und unterrichtet an einem Kompetenzzentrum für hörbeeinträchtigte Kinder. Ihre Freizeit gehört ganz ihren drei Leidenschaften: ihrer Familie, dem Schreiben von Romanen und dem Reisen in ferne Länder. Nach „Botschafterin des Friedens“ war „Schau der Welt direkt in die Augen“ ihr zweiter Roman im Piper Verlag. Ihr neuestes Buch ist „Sommer im Seehaus“, der erste Band der Familiensaga „Drei Schwestern am See“.

Meine Meinung:

Katharina und ihre Töchter Eva, Caroline und Melanie haben sich im Laufe der Jahre voneinander entfernt. Seit dem Tod des Vaters gibt es kaum noch Berührungspunkte – einzig Enkel Manuel hält den Kontakt zu seiner Großmutter aufrecht und hat ein gutes, vertrauensvolles Verhältnis. Doch als Katharina eines Tages nicht mehr nach Hause findet, wird klar, dass sie an Alzheimer erkrankt ist. Plötzlich müssen Betreuung organisiert und Entscheidungen getroffen werden, und die drei Schwestern stehen vor der Aufgabe, ihre gegenseitigen Abneigungen zu überwinden.

Schon bald zeigt sich, dass Katharina nicht die Frau ist, für die ihre Familie sie immer gehalten hat. Sie stellt sich unter einem anderen Namen vor, fragt nach Menschen, die niemand kennt, und im Sommerhaus am Wolfgangsee stoßen alle auf weitere Überraschungen. Besonders verblüffend ist die Erkenntnis, dass Katharina Einsicht in ihre Stasi‑Akten beantragt hatte – etwas, von dem niemand wusste, genauso wenig wie von ihrer Herkunft aus der DDR.

Eva Grübl gelingt es, eine vielschichtige Familiengeschichte zu erzählen. Die drei Schwestern tragen jeweils ihre eigenen Verletzungen und Enttäuschungen mit sich herum und sind alles andere als begeistert, sich um die ungeliebte Mutter zu kümmern. Nur Manuel drängt immer wieder darauf, dass eine gemeinsame Lösung gefunden werden muss. Je mehr die Vergangenheit der Mutter ans Licht kommt, desto deutlicher wird, dass Katharina Gründe hatte, warum sie ihren Töchtern nicht die Nähe geben konnte, die diese sich gewünscht hätten.

In Rückblenden erfahren wir Katharinas Geschichte in der DDR. Anfang der achtziger Jahre studiert sie in Erfurt und verliebt sich in einen jungen Mann, der nicht ins System passt. Beide geraten in die Mühlen der Stasi, und Stück für Stück wird klar, was damals geschehen ist – und wie sehr diese Erfahrungen Katharinas späteres Leben geprägt haben.

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Die Figuren sind glaubwürdig gezeichnet, nie schwarz‑weiß, sondern mit all ihren Stärken und Schwächen. Die Schauplätze konnte ich mir lebhaft vorstellen, und besonders die Darstellung der Alzheimer‑Erkrankung ist der Autorin sehr einfühlsam gelungen. Es wird spürbar, wie belastend es für Betroffene ist, zu merken, wie das eigene Ich langsam entgleitet – und wie herausfordernd es für Angehörige sein kann, geduldig zu bleiben.

Eine leichte Lektüre ist dieses Buch nicht. Alzheimer und die Unterdrückung in der DDR sind Themen, die Gewicht haben. Doch gerade deshalb ist es ein wichtiges Buch – eines, das daran erinnert, wie wertvoll Freiheit ist und wie notwendig es bleibt, sie zu schützen. Einschränkungen dieser Freiheit sind vielleicht gar nicht so fern, wie wir gern glauben.

9 von 10 Punkte


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Das Buch beim Verlag (inkl. Leseprobe)

Herzlichen Dank an Netgalley und den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Produktinformation (Amazon):

  • Herausgeber ‏ : ‎ Piper Taschenbuch
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 31. Juli 2026
  • Auflage ‏ : ‎ 1.
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 384 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3492069010
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3492069014
  • Abmessungen ‏ : ‎ 13.6 x 3.15 x 20.5 cm
  • Reihe‏ : ‎ Drei Schwestern am See 1

2 Kommentare zu „Sommer im Seehaus – Eva Grübl

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