Kurzbeschreibung (Verlag):

Flirrende Hitze über dem See, das Summen in den Feldern und der Geschmack von Mirabellen. Martina Bogdahn führt uns in einen bewegten Sommer. In ihrem neuen Roman aus dem Kosmos des »Mühlensommers« erzählt sie warmherzig und humorvoll von einem Leben zwischen Routinen, Pflichten und Loslassen. Von einem letzten Wunsch und einem lang gehüteten Geheimnis. Von einer Frau, die alles hinterfragt und eine neue Sicht aufs Leben gewinnt. Denn ihre Freiheit liegt nicht in weiter Ferne, sie ist der schmale Weg, auf dem sie geht.
Als der Ortspfarrer Josef überraschend stirbt, gerät die geordnete Welt seiner Haushälterin Anna ins Wanken. Was soll nun werden? Erst mal muss sie die Beerdigung organisieren, den jungen Ersatzpriester Fridtjof in Empfang nehmen – und dann soll auch noch Josefs Asche ans Meer.
Dafür nimmt Anna, Anfang fünfzig, Fahrstunden bei ihrem ehemaligen Fahrlehrer und heimlichen Schwarm Herrn Tanner. Gemeinsam erkunden sie die fränkische Gegend um Blumfeld und erinnern sich an ein fast vergessenes Leben. An den Geruch des Sommers, die Farbe reifer Mirabellen, an harte Arbeit und kleine Alltagsfluchten.
Je näher der Aufbruch rückt, desto drängender werden Annas Fragen, denn die Fahrt bedeutet eine Reise ins Ungewisse. Es braucht eine Entscheidung. Wie gut, dass sie die nicht alleine treffen muss.
Zur Autorin (Verlag):
Martina Bogdahn, geboren 1976 in Weißenburg, ist auf einem Einödhof in Mittelfranken aufgewachsen und hat in Nürnberg Kommunikationsdesign studiert. Sie lebt und arbeitet als Fotografin in München. Ihr Debütroman »Mühlensommer« stand monatelang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.
Meine Meinung:
Als Pfarrer Josef plötzlich und viel zu früh stirbt, gerät Annas Leben aus dem Gleichgewicht. Viele Jahre hat sie an seiner Seite gelebt, ihn unterstützt, den Haushalt geführt und sich im Dorf eingebracht – fast wie in einer Ehe, nur eben anders. Nun steht sie vor der Frage, wie es weitergehen soll. Der neue Pfarrer ist jung, vielleicht zu jung. Wird er ihre Hilfe überhaupt wollen? Und dann ist da noch Josefs letzter Wunsch, der sich nicht so einfach erfüllen lässt.
Wir begleiten Anna durch die Zeit nach Josefs Tod und erfahren in Rückblicken, wie eng die beiden verbunden waren. Wie sie zur Haushälterin wurde, wie Josef zum Pfarrer des Ortes wurde, in dem beide aufgewachsen sind. Diese Rückblenden lassen das Leben im fränkischen Seenland lebendig werden – mit all seinen Traditionen, Eigenheiten und dem Gefühl, dass die Zeit dort ein wenig langsamer vergeht.
Ich mochte das Buch sehr. Das Dorfleben ist liebevoll beschrieben, und Anna ist eine Figur, die man sofort ins Herz schließt. Ihre pragmatische Art, ihre Zweifel, ihr Ringen um einen neuen Platz im Leben – all das wirkt authentisch und berührend. Besonders schön fand ich, wie sie lernt, auf andere zu vertrauen, obwohl ihr das nicht leichtfällt. Das Zusammenspiel zwischen ihr, dem jungen Pfarrer und dem Fahrlehrer, in den sie als Jugendliche verliebt war, bringt Wärme und leise Hoffnung in die Geschichte.
Ein ruhiger, atmosphärischer Roman, der wunderbar in den Spätsommer passt. Ein Buch über Abschied, Neubeginn und die Kraft von Gemeinschaft.
9 von 10 Punkte
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Das Buch beim Verlag (inkl. Leseprobe)
Herzlichen Dank an Netgalley und den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
Produktinformation (Amazon):
- Herausgeber : Kiepenheuer&Witsch
- Erscheinungstermin : 16. April 2026
- Auflage : 3.
- Sprache : Deutsch
- Seitenzahl der Print-Ausgabe : 352 Seiten
- ISBN-10 : 3462013548
- ISBN-13 : 978-3462013542
3 Kommentare zu „Mirabellentage – Martina Bogdahn“