Kurzbeschreibung (Verlag):

1872, Ballsaison in Wien: keine gute Zeit für junge Gräfinnen, die sich nicht verheiraten lassen wollen. Der Rest der Stadt ist im Glücksrausch, Lose sind die Vergnügung der Stunde. Freiherr von Sothen hat mit dem Verkauf von Lotterielosen sein Geschäft gemacht und viele Leute arm. In Glanz und Gloria lebt er in einem Schlösschen am Cobenzl – bis er erschossen wird. Pech für den gierigen Freiherrn, Glück für Oberinspektor Janek Pokorny, denn wenn ein Mord in bester Gesellschaft geschieht, ist die junge Gräfin Aurelia von Kolowitz nicht weit. Doch die adelige Hobbykriminalistin hat andere Sorgen: Ihr Verleger möchte ihre Karikaturen nicht mehr drucken, ihr Vater will sie an einen Süßwarenfabrikanten verheiraten, und Janek hat sich nach ihrem letzten Fall nie wieder bei ihr gemeldet. Wie immer machen die Männer um Aurelia herum also nichts als Ärger. Doch dann tritt die Witwe des Freiherrn auf den Plan – und die stellt, was Niedertracht betrifft, noch so manchen Mann in den
Schatten.
Zur Autorin (Verlag):
BEATE MALY, geboren und aufgewachsen in Wien, arbeitete in der Frühförderung, bevor sie vor mehr als zwanzig Jahren mit dem Schreiben begann. Neben Geschichten für Kinder und pädagogischen Fachbüchern hat sie bereits zahlreiche historische Romane und Kriminalromane veröffentlicht. Bei DuMont erschienen ›Aurelia und die letzte Fahrt‹ (2022) und ›Aurelia und die Melodie des Todes‹ (2023).
Meine Meinung:
Es ist die Ballsaison des Jahres 1872. Während sich Aurelia zunehmend gegen die Heiratspläne ihres Vaters zur Wehr setzen muss, erschüttert ein grausamer Mord die feine Gesellschaft. Der sogenannte Loskönig von Wien, Freiherr von Sothen, wird brutal getötet, und einmal mehr führt der Fall Janek Pokorny in die Salons und Ballhäuser der Stadt. Dort trifft er nicht nur auf alte Bekannte, sondern auch wieder auf Aurelia. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, denn die Witwe des Opfers hat ihre ganz eigene Vorstellung davon, wer der Täter ist, und zeigt wenig Interesse daran, die Polizei bei ihren Nachforschungen zu unterstützen. Also muss Janek tiefer graben als ihm lieb ist. Dazu kommen Wildereien auf dem Grundstück der von Sothens und scheinbar auch noch schmuckdiebstähle. Alles Themen in die Janek Klarheit bringen soll.
Im dritten Band der Reihe finden Aurelia, Janek und Nepomuk erneut zusammen. Gerade die Dynamik zwischen diesen drei Figuren steht diesmal wieder stärker im Mittelpunkt und hat mir ausgesprochen gut gefallen. Die Entwicklungen lassen darauf hoffen, dass die Autorin noch nicht am Ende ihrer Geschichte angekommen ist und wir die Figuren auch künftig begleiten dürfen.
Der Kriminalfall selbst ist spannend konstruiert und wirft eine interessante moralische Frage auf: Kann ein Mord manchmal nachvollziehbar erscheinen, wenn das Opfer selbst wenig Sympathien weckt? Der Verstorbene hat sein Leben vor allem dem eigenen Vorteil gewidmet, und so verschwimmen die Grenzen zwischen Schuld und Gerechtigkeit immer wieder.
Wie schon in den vorherigen Bänden gelingt es der Autorin außerdem hervorragend, gesellschaftliche Themen ihrer Zeit einzubinden. Aurelia leidet zunehmend unter den Einschränkungen, die Frauen im 19. Jahrhundert auferlegt werden, und findet in diesem Band erstmals eine Verbündete. Gleichzeitig verändert sich auch das Verhältnis zwischen Janek und Nepomuk auf spannende Weise.
Mir ist diese Reihe inzwischen sehr ans Herz gewachsen. Neben dem eigentlichen Kriminalfall gibt es zahlreiche Handlungsstränge, die ich unbedingt weiterverfolgen möchte. Die geheimnisvollen Machenschaften von Sebastian, Janeks weitere berufliche Entwicklung und natürlich die Frage, wie es zwischen ihm und Aurelia weitergeht, interessieren mich dabei besonders.
Ich hoffe deshalb sehr, dass die Reihe fortgesetzt wird, da sie mir eine der Liebsten der Autorin ist.
9 von 10 Punkte
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Laberladen (Hörbuchrezension)
Produktinformation (Amazon):
- Herausgeber : DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG
- Erscheinungstermin : 15. September 2026
- Auflage : Erstmals im Taschenbuch
- Sprache : Deutsch
- Seitenzahl der Print-Ausgabe : 352 Seiten
- ISBN-10 : 3755805871
- ISBN-13 : 978-3755805878
- Reihe : Ein Fall für Aurelia von Kolowitz 3
3 Kommentare zu „Aurelia und die Jagd nach dem Glück – Beate Maly“