Kurzbeschreibung (Verlag):

Ein herausragender Roman, der nicht behauptet, dass alles gut wird – sondern zeigt, wie Nähe entsteht, wenn man endlich aufhört, einander zu übersehen.
Vier Leben. Vier Wege. Und am Ende eine Gemeinschaft.
Nach dem Umzug in ein altes Haus auf dem Land fühlt sich die 15-jährige Annelie in ihrem neuen Leben unsichtbar. Am liebsten streift sie allein durch die Wälder. Erst als der verschlossene Nachbarsjungen Morli sie aus einer gefährlichen Situation rettet, beginnt sich etwas zu verändern, und nicht nur für Annelie. Auch Morli fasst langsam Vertrauen und kann sich endlich seiner tragischen Familiengeschichte stellen. Während eines leuchtenden Sommers werden aus zwei Außenseitern Freunde – und ausgerechnet die beiden Menschen, von denen sie es am wenigsten erwarten, sind plötzlich an ihrer Seite.
Nicole Wellemin schreibt berührend und klug über die Sehnsucht, gesehen zu werden – und darüber, wie aus Fremdheit langsam Zugehörigkeit wächst.
„Nicole Wellemins Texte sind so klar wie ein Bergsee und so präzise wie ein Scherenschnitt. Was für ein Lesevergnügen!“ Martina Bogdahn
Ein mitreißender Roman über den Wunsch, gesehen zu werden – für alle Leser:innen von „Flusslinien“ und „Mühlensommer“
„Ganz große Erzählkunst, warmherzig, einfühlsam und klug. Eine Geschichte, die zu Herzen geht und eins der besten Bücher, die ich gelesen habe!“ Susanne Lieder über „Späte Ernte“
„Ein spannender, einfühlsamer und tiefgründiger Roman über Schuld und Vergebung. Sanft, wütend und ungemein ehrlich.“ Julia Fischer über „Späte Ernte“
Zur Autorin (Verlag):
Nicole Wellemin, Jahrgang 1979, absolvierte nach dem Abitur in England das Eastern and Central European Studies Programme an der Karlsuniversität, Prag, und studierte Kommunikation an der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing in München. Dreizehn Jahre lang arbeitete sie in der Öffentlichkeitsarbeit einer Unternehmenstochter der Bavaria Film in München, ehe sie sich 2015 ganz dem Schreiben widmete.
Meine Meinung:
Annelie fühlt sich in ihrem neuen Zuhause alles andere als angekommen. Gemeinsam mit ihrer Mutter und deren Partnerin ist sie in ein kleines Dorf gezogen, doch in der Schule fällt es ihr schwer, Anschluss zu finden. Um dazuzugehören, schmückt sie die Wahrheit immer wieder etwas aus und erzählt Geschichten, die so nie passiert sind. Als sie schließlich zur Zielscheibe ihrer Mitschüler wird und nach einer Mutprobe allein in einer Höhle zurückgelassen wird, scheint ihr alles zu entgleiten. Erst ein geheimnisvolles Licht weist ihr den Weg nach draußen. Dort begegnet sie Morli, einem Jungen, der ebenfalls am Rand der Dorfgemeinschaft lebt. Auch er kennt das Gefühl, ausgeschlossen und missverstanden zu werden. Zwischen den beiden entsteht eine besondere Freundschaft, und gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach dem Leuchten, von dem Morlis Mutter immer gesprochen hat.
Nicole Wellemin erzählt mit viel Feingefühl die Geschichte zweier Jugendlicher, die sich nichts sehnlicher wünschen, als gesehen zu werden. Nicht so, wie andere sie gerne hätten, sondern so, wie sie wirklich sind. Es geht um Ausgrenzung, Vorurteile und darum, den Mut zu finden, für sich selbst einzustehen. Gleichzeitig erzählt die Autorin von Freundschaft, Vertrauen und davon, wie wichtig es ist, Menschen zu begegnen, die einen ernst nehmen.
Zu Beginn hatte ich ein wenig Mühe, in die Geschichte hineinzufinden. Einige der Figuren machen es einem nicht leicht, sie sofort ins Herz zu schließen. Doch genau das macht das Buch so authentisch. Wie im echten Leben lohnt es sich, hinter die erste Fassade zu blicken und den Menschen Zeit zu geben. Besonders die Entwicklung von Annelie und Morli hat mir sehr gut gefallen. Beide wachsen an ihren Erfahrungen und lernen Schritt für Schritt, ihren eigenen Wert zu erkennen.
Auch die Nebenfiguren sind wunderbar angelegt. Toni und Gertraud tragen beide ihre eigenen Sorgen mit sich herum und spielen dennoch eine wichtige Rolle für die beiden Jugendlichen. Gerade diese vielschichtigen Figuren machen die Geschichte so lebendig.
Besonders bewegt haben mich die Szenen, in denen das Mobbing gegen Annelie und Morli verharmlost wird. Immer wieder werden ihre Erfahrungen als harmlose Streiche abgetan, obwohl deutlich spürbar ist, wie sehr sie darunter leiden. Obwohl die Geschichte in den Neunzigerjahren spielt, wirkte vieles erschreckend aktuell auf mich. Man hat beim Lesen das Gefühl, dass ähnliche Situationen auch heute noch jeden Tag passieren könnten.
Dieses Buch hat mich emotional sehr berührt. Es gab Momente, die mich wütend gemacht haben, und andere, die mich traurig gestimmt haben. Mehr als einmal hatte ich Tränen in den Augen. Vor allem aber ist es eine Geschichte, die noch lange nach dem Zuklappen des Buches im Kopf bleibt.
Von mir gibt es deshalb eine klare Leseempfehlung für dieses gefühlvolle und sehr menschliche Buch.
9 von 10 Punkte
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Herzlichen Dank an den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars und an die Autorin für die Begleitung der Leserunde bei der Büchereule!
Produktinformation (Amazon):
- Herausgeber : Piper
- Erscheinungstermin : 2. Oktober 2026
- Auflage : 1.
- Sprache : Deutsch
- Seitenzahl der Print-Ausgabe : 368 Seiten
- ISBN-10 : 3492074510
- ISBN-13 : 978-3492074513
2 Kommentare zu „Gegenlicht – Nicole Wellemin“