Kurzbeschreibung (Verlag):

Ein Geheimnis in den Bergen. Zwei Frauen. Eine Wahrheit, die alles verändert.Teil 4 der Reihe „Bewegende Familiengeschichten“
München, 1961: Paula hat erreicht, wovon viele Frauen nur träumen: Sie ist Ärztin an einer renommierten Frauenklinik – ein hart erkämpfter Erfolg in einer von Männern dominierten Welt. Doch als sie sich um eine begehrte Facharztstelle bewirbt, wird ein männlicher Kollege bevorzugt – trotz ihrer überragenden Qualifikationen. Tief enttäuscht beginnt Paula, ihre Zukunft in München infrage zu stellen.
Als die Nachricht vom Tod ihres Großvaters eintrifft, beschließt sie, gemeinsam mit ihrer Mutter Johanna zur Beerdigung in deren Südtiroler Heimatdorf zu reisen. Dort, umgeben von den schroffen Gipfeln der Dolomiten, stößt Paula auf eine Mauer aus Schweigen – und auf ein Geflecht aus Vorurteilen und schmerzhaften Erinnerungen, das bis tief in die Vergangenheit reicht.
Während Johanna gezwungen ist, sich längst verdrängten Erlebnissen zu stellen, begibt sich Paula auf eine Reise zu ihren eigenen Wurzeln – und deckt ein Geheimnis auf, das ihr Leben für immer verändert.
Ein berührender und fesselnder Familiengeheimnis-Roman über Heimat, Identität und den Mut, die eigene Geschichte zu hinterfragen.
Zur Autorin (Verlag):
Eva Grübl-Widmann wurde 1971 in Wien geboren. Sie studierte Grundschullehramt und Gehörlosenpädagogik. Nach achtjährigem Auslandsaufenthalt in Stockholm und Mailand, lebt sie heute mit ihrer Familie wieder in Österreich und unterrichtet an einem Kompetenzzentrum für hörbeeinträchtigte Kinder. Ihre Freizeit gehört ganz ihren drei Leidenschaften, ihrer Familie, dem Schreiben von Romanen und dem Reisen in ferne Länder.
Meine Meinung:
Paula und ihre Mutter kommen nicht gut miteinander zurecht. Paula hat mit ihrem Medizinstudium alles erreicht was sie sich vorgenommen hat, doch ihre Mutter scheint keinerlei Lebensmut mehr zu haben und sich jeder Verbesserung ihres Lebens zu widersetzen. Doch dann kommt die Nachricht, dass der Großvater in Südtirol verstorben ist und Paula beschließt mit ihrer Mutter zur Beerdigung zu fahren. Doch dort werden sie nicht sonderlich freundlich aufgenommen und Paulas Fragen nach der Familie bleiben unbeantwortet.
Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen. Einmal im Jahr 1961, in dem Paulas Geschichte erzählt wird und dann noch in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, die Johannas Geschichte erzählt. Damit erzählt die Autorin aus einer Zeit, in der die Identität der Südtiroler durch die Italiener massiv unterdrückt wurde. Beginnend mit der Zeit nach dem ersten Weltkrieg, als die Italienisierung immer weiter voran getrieben wird, über das erstarken des Faschismus, währenddessen deutsch als Sprache komplett verboten wird, bis hin zur Option, die das Land bis hinein in die Familien zerrissen hat. Und auch im Jahr 1961 ist noch nicht alles gut, die Südtiroler kämpfen immer noch um die versprochene Autonomie und von Versöhnung ist noch lange nicht die Rede.
Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Es zeigt die Geschichte Südtirols sehr schön auf und macht sie breiter bekannt. Aber auch Themen wie Emanzipation kommen nicht zu kurz. Frauen, die ihre Wünsche für die Familie zurückstellen müssen und in der Karriere behindert werden gibt es in diesem Buch zu Hauf. Ich mochte besonders die weiblichen Charaktere, die sich versuchen im Rahmen ihrer Möglichkeiten ihre Wünsche zu erfüllen. Auch wenn es oft eben dann doch nicht klappt.
Diese Reise in die Zeit hat mir richtig gut gefallen, man lernt nicht nur viel über die Geschichte Südtirols sondern auch über die sechziger Jahre in Italien.
9 von 10 Punkte
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Produktinformation (Amazon):
- Herausgeber : Bastei Lübbe
- Erscheinungstermin : 2. Februar 2026
- Auflage : 2. Aufl. 2026
- Sprache : Deutsch
- Seitenzahl der Print-Ausgabe : 400 Seiten
- ISBN-10 : 394761036X
- ISBN-13 : 978-3947610365
4 Kommentare zu „Töchter der verlorenen Heimat – Eva Grübl-Widmann“